MainPost - Aufruhr an den Fakten vorbei

Zuletzt aktualisiert: 20 September 2011

(MainPost, 18.09.2010) Das Thema Migration taucht in der öffentlichen Debatte immer wieder auf. Mal sind es sogenannte „Ehrenmorde“, mal kriminelle Migrantenjugendliche und ein anderes Mal Filme wie Fatih Akins „Gegen die Wand“, die mehr oder minder hitzige Debatten über das Wohl und Wehe von Migration, Integration oder Gettobildung hervorrufen. Das ist sicher.

Ebenso sicher ist, dass das Buch der Berliner Jugendrichterin Heisig und die bedruckten Seiten des Herrn Sarrazin nicht der letzte Anlass sein werden, um emotionalisiert über das Verhältnis von Mehrheits- und Minderheitskulturen – sagen wir freundlicherweise – zu reden. Gemeinsam ist dem öffentlichen Aufruhr ein jedes Mal zweierlei: Erstens spielen Fakten eine untergeordnete Rolle. Zweitens wollen darstellungsfreudige Personen mehr oder minder wesentlichen Ranges die Spitze dessen sein, was sie wahlweise Volkes Meinung, Meinungsfreiheit oder eine tabulose Diskussion nennen. Mehr...